Rede Dr. Piwernetz 

 

Mitschriftliche Zusammenfassung der Rede von Dr. Piwernetz während der Monatsversammlung im April 2002:

Die Fischereinvereine in Mittelfranken haben die Zeichen der Zeit erkannt.  

Mittelfranken hat die kleinsten Gewässer, das zweitgrößte Ballungszentrum in Bayern und gesamt mehr Abwässer als die Flüsse Wasser transportieren. Dennoch besteht hier der höchste Reinigungsgrad der Abwässer als entscheidender Faktor. 

1959 war die Regnitz wegen der Abwässer nicht befischbar. Die Flurbereinigung in den 60er und 70er Jahren sorgte für erhöhte Fließgeschwindigkeit der Gewässer. Dadurch sind viele Fische verschwunden wie Steinbeisser, Elritze und so weiter. Seit 5 bis 8 Jahren werden die Gewässer renaturiert bzw. es erfolgt eine Gewässerpflegeplanung. Dies sorgt für eine Lebensraumverbesserung. Wasseraufstiegshilfen wurden an den Wehren gebaut.

Umweltschutz, also Artenschutz und Hege ist vermehrt Aufgabe der Fischer gerade in Mittelfranken wegen der Wassersituation. 

Hessen und Thüringen wollen das Vorgehen und die Ideen von Mittelfranken ins Gesetz aufnehmen.

Wasserschutzgesetz, das heißt Nachhaltigkeit und gute fachliche Praxis. Unter Nachhaltigkeit muss man verstehen und bedenken: Die Vereinsfischer sind die Einzigen im Gegensatz zu früher, die Flüsse und Weiher befischen. Dieses Befischen darf sich nicht beschränken auf Karpfen, Schleihe und Hecht, den alle Süßwasserfische sind essbar. Gute fachliche Praxis heißt, die Fische nicht mit Mais und Hundefutter in stehenden Gewässern zu ködern. Und nicht mit einer zu dünnen Schnur zu fischen. 

Die Ziele für die Zukunft: Wir werden gemessen daran, wie wir in Zukunft mit den Gewässern umgehen. Schwerpunkte sind: kein selektiver Besatz, kein Überbesatz bei Karpfen, Nachhaltigkeit und gute fachliche Praxis. Wir müssen auf die Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden bauen, um die Reiher- Kormoran- und Biberplage Herr zu werden. 

Chancen müssen wir nutzen, Verpflichtungen eingehen. Dabei ist jedes einzelne Mitglied gefordert. Unsere Hoffnung und Zukunft liegt in der Jugend. Sie muss an das ganzheitliche Denken herangeführt werden. Die Jugendleiter haben die höchste Verantwortung für die Zukunft.

Herzlichen Dank an die gute und lange Zusammenarbeit zum Wohle und Ehre der Mittelfrankischen Fischerei. 

Viel Petri Heil für die Zukunft des Fischereivereins Schnaittachtal

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